Bewerbungsfoto einer Frau: Mit Zopf und Brille. Wichtig ist der freundliche Gesichtsausdruck.

Bewerbungsfotos in Bern bilden den Hauptteil meiner (dienstlichen) Fotografie. Und immer wieder kommt die Frage auf, was denn eigentlich ein gutes Bewerbungsfoto ist. Darf man lächeln? SOLL man lächeln? Haare offen oder zum Zopf? Macht eine Brille einen intellektuellen Eindruck? Muss man heute noch eine Krawatte tragen? Auf dieser Seite geben ich ein paar Antworten zu den wichtigsten Fragen rund um das Bewerbungsfoto.

Das Thema habe ich mich verschiedenen Personalverantwortlichen in der Schweiz diskutiert und da ich seit Jahren selbst eine leitende Funktion in IT-Firmen inne habe, kenn ich die Situation aus eigener Erfahrung. Ganz wichtig: Nie Fotos verwenden, auf denen man Sie im Bewerbungsgespräch nicht wieder erkennt. Leider erlebt man es immer wieder, dass die lebende Person nur eine entfernte Ähnlichkeit mit dem Foto hat. Zumindest auf mich pers. hat das eine sehr negative Wirkung. Der erste Eindruck ist einfach, dass Sie mich zu täuschen versuchen.

In meinen Referenzen finden Sie zahlreiche Beispiele von Portraits und Bewerbungsfotos. Die Aufnahmen sind sowohl im Fotostudio in Bern, wie auch On Location im Büro, der Küche, dem Wohnzimmer entstanden.
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Die richtige Kleidung für das Bewerbungsfoto

Bewerbungsfoto in Bern: Krawatte binden im Fotostudio in Bern. Gerade für Studenten häufig eine ungewohnte Aktion.

Ihr Erscheinungsbild sollte immer gepflegt sein. Kommen Sie nicht mit dicken Augen und zerzauster Frisur. Das mag in der Uni cool sein, auf dem Bewerbungsbild ist es das nicht. Die Kleidung sollten Sie dem angestrebten Status anpassen, nicht dem aktuellen Job. Wenn Sie in einer Bank arbeiten wollen, dann ist die Krawatte auch heute noch Pflicht. Sind Sie Informatiker, dann zumindest ein weisses Hemd. Auch ein Jacket schadet nicht. Krawatte würde ich mitbringen. Sie können immer noch eins mit und eins ohne machen und haben dann die Wahl, wenn Sie ihren CV bei verschiedenen Firmen einreichen.

Bewerbungsfoto in Bern. Häufig ist die Krawatte auch heute  noch ein Muss.

Sind Sie Physiotherapeut oder Lehrer, dann ist wahrscheinlich ein eher lockerer, sportliche Stil angesagt. Der Bademeister im Dreiteiler wirkt nicht seriös. Auch hier gilt: Kleiden Sie sich so, wie Sie in ihrer künftigen Position wahrgenommen werden wollen. Wenn Sie unsicher sind: Ein Mann kann immer ein weisses Hemd anziehen. Das ist in keinem Fall völlig falsch.

Frauen haben es etwas schwieriger. Bluse und Jacket sind auch hier häufig angemessen. Wählen Sie neutrale Farben. Grau oder Schwarz für das Jacket, Weiss für die Bluse. Häufig kommen Frauen in ihren Lieblingsoberteilen zu mir ins Studio. Diese mögen ihnen sehr gut stehen, aber Grün oder Lila sind evtl. nicht die richtige Farbe für die Bewerbung auf eine leitende Funktion.

Bewerbungsfoto einer Frau: Mit Zopf und Sacko wirkt sie seriös.

Nebenbei: Typischerweise sieht man die Beine auf dem Bewerbungsfoto nicht, die Hose spielt also keine Rolle. Noch ein letzter Tipp für die Männer: Wählen Sie eine Krawatte in dezenter Farbe. Der rote Strick mag dynamisch wirken, aber auf dem Foto schreit er einen an. Schauen Sie auf Politiker: Die Krawatte in Dunkelblau zum dunklen Anzug und weissem Hemd. Konservativ, aber sicher.

Wenn Sie als Frau mit Jacket oder Bluse kommen, achten Sie darauf, keinen grossen Ausschnitt zu zeigen. Auf Fotos sieht das sonst schnell so aus, als wenn Sie ein Jacket mit nichts drunter anhaben. Auf dem typischen Portrait-Schnitt bis knapp unter Schulter sollte das T-Shirt/Unterhemd zu sehen sein. Nebenbei: Typischerweise sieht man die Beine auf dem Bewerbungsfoto nicht, die Hose spielt also keine Rolle. Noch ein letzter Tipp für die Männer: Wählen Sie eine Krawatte in dezenter Farbe. Der rote Strick mag dynamisch wirken, aber auf dem Foto schreit er einen an. Schauen Sie auf Politiker: Die Krawatte in Dunkelblau zum dunklen Anzug und weissem Hemd. Konservativ, aber sicher.

Frauen wirken auf Bewerbungsfotos erfolgreicher, wenn sie einen Zopf tragen

Diverse Studien belegen diesen Eindruck. Vorausgesetzt natürlich, Sie bewerben sich für eine Führungsposition. Als Kindergärtnerin kann genau dies falsch sein. Die folgenden Beispielfotos verdeutlichen dies. Sie sind nur Minuten nacheinander augenommen worden und zeigen deutlich, wie stark der Unterschied ist:

Bewerbungsfoto einer Frau: Mit offenem Haar wirkt sie freundlich. Bewerbungsfoto einer Frau: Mit Zopf und Brille wirkt sie seriös.

Neutraler Hintergrund oder moderne Architektur?

Gerade im IT-Bereich werden Mitarbeiterfotos häufig draussen aufgenommen. Besonders, wenn das Büro in einem modernen Gebäude mit "interessanter Architektur" liegt. Persönlich mag ich diesen Stil nicht. Zumal er dazu führt, dass an verschiedenen Terminen aufgenommene Fotos nicht den identischen Hintergrund haben. Anderes Licht, andere Position, etc. Nebeneinander gelegt fallen diese Unterschiede auf den Bildern auf.

Für Bewerbungsbilder kann man das machen, im Zweifel würde ich aber davon abraten. Egal wie "modern" der Hintergrund ist: Er lenkt von IHNEN ab. Und im Bewerbungsbild geht es um Sie.

Welches Foto-Format eigenet sich am besten für die Bewerbungsmatte?

Hochformat oder Querformat? Quadratisch? Darf man den Kopf abschneiden? Auch diese Frage wird immer wieder gestellt. Und auch hier gibt es kein Gesetz. Die Zeiten lockern sich aber und man kann heute mehr machen, als früher. Meiner Meinung nach sollte man auch - in einem gewissen Rahmen. Das Bewerbungsfoto soll professionell aussehen. Es soll aber auch auffallen und es darf konservativen Mitarbeitern der Personalabteilung nicht negativ auffallen.

Mein Stil ist es, den Kopf leicht abzuschneiden, sehr nah ran zu gehen und leicht überzubelichten. Das erfüllt eben diese Anforderungen - zumindest in den meisten Fällen. Natürlich habe ich eben diese Bilder verschiedenen Personalverantwortlichen gezeigt und ausschliesslich Zustimmung gefunden. Im Zweifel gibts bei mir aber auch Bilder mit ganzem Kopf :-)

Wie wichtig ist ein Bewerbungsfoto heute noch?

Student aus Bern: Bewerbungsfotos bilden für Studenten häufig das Bindeglied zwischen Hochschule und Berufsleben.

Aus der Praxis: Ich bekomme Lebensläufe häufig im Schwung. Wir machen eine Ausschreibung und es bewerben sich N-Kandidaten. Ich sammel die Unterlagen und arbeite sie typischerweise am Freitagnachmittag ab. Dann habe ich schon eine lange Woche hinter mir und freue mich aufs Wochenende und ja, ich gebe es zu, meine Geduld ist nicht die gleiche, wie am Montag. Ich schlage also die Bewerbung auf, sehe das Foto und bilde mir bereits (unbewusst) eine Meinung. Diese suche ich dann (unbewusst) zu bestätigen im Text. Es gibt diverse Studien, die dieses Verhalten eindeutig belegen, es hat also hohe Praxisrelevanz.

Wenn Ihr Foto Kompetenz und Freundlichkeit ausstrahlt, dann werde ich das Anschreiben schon wohlwollender lesen. Haben Sie mich mit dem Brief positiv angesprochen, dann haben Sie den Termin fürs erste Gespräch schon fast sicher. Dann prüfe ich im eigentlichen Lebenslauf nur noch kosmetische Dinge. Fair? Verhält sich jeder Personalverantwortliche so? Nicht unbedingt, aber wir sind nun mal alle Menschen. Und Sie haben nur eine Chance für einen ersten Eindruck. Da sind ein paar Euros oder ein paar Minuten mehr gut angelegt.

Fazit

Gepflegtes Äusseres, ordentliche, angemessene Kleidung und eine professionelle Ausleuchtung. Wichtige Faktoren, aber das bringen alle Bewerber mit, damit fallen Sie nicht auf. Wirklich wichtig ist: Kompetenz ausstrahlen - aber gleichzeitig Freundlichkeit. Man soll Ihnen den neuen Job zutrauen, aber man soll eben auch mit Ihnen zusammenarbeiten wollen.


Für Fotografen interessant: Mein Buch zum Erstellen von Bewerbungsfotos mit Aufsteckblitzen

Bern, 19.01.2017
Stephan Wiesner

Bewerbungsfoto in Bern: Mann mit Brille




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